Zeit- und Maßnahmenplan für den Wiederaufbau der Coppi-Sporthalle vorlegen!

In der gestrigen Sitzung hat die BVV Lichtenberg durch Beschluss eines von mir initiierten Antrags der SPD-Fraktion das Bezirksamt aufgefordert, bis zum 31.07.2014 eine schriftliche Zeit- und Maßnahmenplanung für den Neubau der Sporthalle des Coppi-Gymnasiums vorzulegen und zu erläutern, wie der Ablauf so weit wie möglich verkürzt werden kann. Hintergrund: Der zuständige Stadtrat Andreas Prüfer (Linke) teilte auf meine Nachfrage am 20. März mit, dass sich der Bau bis zum Jahr 2017 hinziehen könne. Eine Nachricht, die auf großen Unmut in der Schule stieß. Die SPD-Fraktion verlangte daher gestern Aufklärung, wieso es vier Jahre braucht, um eine neue Turnhalle zu errichten. Dazu meine Rede in der BVV:

Sehr geehrter Herr Vorsteher,

Meine Damen und Herren,

als am 3. Juli 2013 die Sporthalle des Coppi-Gymnasiums und kurz darauf auch die Sporthalle der Hochschule für Technik und Wirtschaft brannte, war schnell klar, dass es sich hier nicht um einen Zufall handeln konnte. Glücklicherweise gelang es, den Täter rasch dingfest zu machen. Es wurde aber ebenso schnell klar, welch tiefen Einschnitt diese beiden – von allen Beteiligten unverschuldeten – Ereignisse für die Versorgung von Karlshorst und auch des südlichen Friedrichsfeldes mit Sportflächen bedeutet. Die Schüler, Lehrer und Eltern des Coppi-Gymnasiums haben an diesem Ort mehrfach deutlich gemacht, welche Umstände sie in Kauf nehmen müssen, damit der Sportunterricht überhaupt weiter stattfindet, wenn dieser auf bis zu 9 verschiedene Sporthallen verteilt ist.

Glücklicherweise stellen nun auf Initiative von Frau Beurich andere Schulen Hallenzeiten zur Verfügung, und ab dem kommenden Schuljahr können die Schüler auch wieder die sanierte Sporthalle der HTW nutzen. Der Sportunterricht ist bereits jetzt nicht mehr auf 9 Sporthallen verteilt. Ab dem kommenden Schuljahr  werden es dann nur noch zwei sein: Die sanierte Sporthalle in der Dolgenseestraße und die ebenfalls wiederhergestellte Sporthalle der HTW. Beide sind nahe an der Schule gelegen, so dass sich die Situation deutlich entspannt.

Noch nicht gelöst ist jedoch die grundlegende Frage, wie es nun mit der Sporthalle des Coppi-Gymnasiums weitergeht. Herr Dr. Prüfer hat an diesem Ort bereits dargelegt, warum und wie die Auseinandersetzung mit der Versicherung dazu führte, dass die Planungen für einen Neubau erst relativ spät aufgenommen werden konnten. Das ist nachvollziehbar. Aber: Der Brand jährt sich bald, in anderthalb Monaten, zum ersten Mal, und es gibt bis heute keine valide Planung – zumindest liegt der Bezirksverordnetenversammlung keine vor – wie und wann es konkret in Richtung Neubau weitergeht. Wie sieht der Planungsprozess konkret aus? Welche Meilensteine gibt es wann? Welche Planungs- und Handlungsalternativen stehen zur Auswahl? Vor zwei Monaten haben wir darüber bereits im Rahmen meiner mündlichen Anfrage diskutiert. Es stellte sich heraus, dass sich der Bau anders als bisher erwartet bis zum Jahr 2017 hinziehen könnte. Das sind noch 3 Jahre! Als Ursache wurden u.a. gesetzlich vorgegebene Fristen, übliche Planungs- und Bauabläufe sowie einzuplanende Zeitpuffer für unerwartet auftretende Probleme genannt. Doch um welche Abläufe und Fristen handelt es sich? Welche Möglichkeiten bestehen, Abläufe zu parallelisieren? Herr Dr. Prüfer berichtete, dass der Bau einer Sporthalle so individuell sei, dass man ihn nicht von der Stange planen und durchführen könnte. Ist das tatsächlich so? Ist der Bau einer normalen Zweifeld-Halle mit angeschlossenem Funktionsgebäude wirklich so einmalig? Gibt es dafür nicht vorgefertigte Module, die eine gute Qualität haben?

Das Problem ist: Es liegen uns keinerlei konkrete Daten vor, auf deren Basis die Bezirksverordnetenversammlung überhaupt diskutieren kann, wie es weitergeht. Daher möchte die SPD-Fraktion, dass der BVV bis zum 31.07.2014 eine konkrete Zeitplanung für das Planungs- und Bauvorhaben für die Sporthalle des Coppi-Gymnasiums vorgelegt wird. Darin sind die zeitlichen und sachlichen Meilensteine der Planungs- und Bauabläufe bis zur Realisierung einer neuen Sporthalle einschließlich eventuell einzuhaltender gesetzlicher Verfahrensfristen zu benennen. Es soll auch dargestellt werden, welche Maßnahmen in welchen Verfahrensschritten ergriffen werden können, um die genannten Zeiträume zu verkürzen.

Zweifellos bedarf es im Bezirksamt einer großen personellen, finanziellen und logistischen Kraftanstrengung, ein solches Projekt zusätzlich zu managen. Das wird jeder akzeptieren und anerkennen. Aber die Zeit für Vorüberlegungen läuft nun langsam ab. Es muss jetzt gehandelt werden.

Und vor allem: Wir sind es den Schülern, Lehrern und Eltern schuldig, für Transparenz zu sorgen. Das Bezirksamt muss im Interesse der Sache konkrete Daten auf den Tisch legen, wie das weitere Verfahren aussieht. Danach können wir gemeinsam beurteilen, wo es Optimierungsmöglichkeiten gibt. Bis dahin führen wir im Wesentlichen eine Schattendiskussion, und das ist überhaupt nicht gut, weil hier hunderte von Jugendlichen betroffen sind, denen wir seit Monaten wenig Konkretes sagen können und die langsam das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Bezirkspolitik verlieren. Daher bitte ich Sie um Unterstützung unserer Initiative, im Interesse der Schüler und Lehrer des Coppi-Gymnasiums, aber auch aller anderen zukünftigen Nutzer der Sporthalle.

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