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Stolpersteine putzen: Wider das Vergessen

Der 9. November steht wie kaum ein anderes Datum für den wechselhaften und oft schmerzvollen Verlauf der deutschen Geschichte. An diesem historischen Tag fand auch in diesem Jahr wieder die nun schon traditionelle Putzaktion für die 89 Stolpersteine in Karlshorst statt. Sie erinnert an unsere jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die während zwischen 1940 und 1945 aus ihren Häusern deportiert und ermordet wurden.

Organisiert vom ver.di Ortsverein Ost, dem Kreisverband Ost des DGB, der Initiative Stolpersteine Karlshorst sowie das Netzwerk für Demokratie und Toleranz trafen sich mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger heute. Nach der Begrüßung durch die Veranstalter und Bezirksbürgermeister Andreas Geisel  säuberten wir in mehreren Gruppen die in den Gehweg eingelassenen Stolpersteine. Ich habe die Gruppe im Prinzenviertel begleitet.

SPD Lichtenberg lädt zum Gedenken an Siegfried Berger ein

Auf Initiative der SPD Karlshorst-Friedrichsfelde Süd lädt die SPD Lichtenberg am 17. Juni 2013 anlässlich des 60. Jahrestages des Volksaufstandes um 15 Uhr zum Gedenken an Siegfried Berger ein.

Siegfried Berger stand am 17. Juni 1953 an der Spitze eines Demonstrationszuges der Arbeiter aus dem Funkwerk Köpenick durch Ostberlin. Sie forderten „Rücktritt der Regierung“, Freie und geheime Wahlen“ und „Wiedervereinigung“. Drei Tage später wurde er verhaftet und von einem sowjetischen Militärtribunal zu 7 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. 1955 konnte er nach Verhandlungen der Bundesregierung in Moskau aus Workuta nach Westberlin zurückkehren.

Auf Initiative der SPD-Fraktion in der BVV Lichtenberg und unterstützt von der HOWOGE befindet sich seit 2004 eine Gedenktafel an Siegfried Bergers Wohnhaus im Römerweg 40. Die SPD wird an dieser Tafel am 17. Juni 2013 im Beisein des Lichtenberger Bezirksbürgermeisters Andreas Geisel, von Bezirksstadträtin Kerstin Beurich und des Vorsitzenden der Lichtenberger SPD-Fraktion Erik Gührs Blumen niederlegen und lädt Interessierte herzlich dazu ein.

Gedenken an Joachim Lipschitz

Gemeinsam mit dem Lichtenberger Bezirksbürgermeister Andreas Geisel fand heute in Karlshorst eine Gedenkveranstaltung an der Gedenktafel für Joachim Lipschitz in der Stühlinger Straße statt. Joachim Lipschitz, dessen Todestag sich am 11. Dezember 2011 zum 50. Mal jährt, wurde als Kind einer sozialdemokratischen Arztfamilie in Berlin geboren. Wegen seines jüdischen Vaters hatter ab 1933 vielfältige Diskriminierungen zu erleiden. Als Soldat wurde er 1942 schwer verwundet, aus „rassischen Gründen“ aus der Wehrmacht entlassen und musste untertauchen.

Er fand Hilfe und Unterschlupf in der Stühlinger Straße in Karlshorst. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde Lipschitz von 1946 bis 1948 Bezirksstadtrat in Lichtenberg. Um einer drohenden Inhaftierung zu entgehen, floh er als Gegner der Vereinigung von SPD und KPD nach West-Berlin. Dort wurde er 1955 Innensenator. Am 11. Dezember 1961 erlag er im Alter von 43 Jahren einem Krebsleiden.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der AG 60+ der SPD Lichtenberg, die bereits die Anbringung der Tafel im Jahr 2001 initiiert hatte.

Kiezspaziergang an der Rummelsburger Bucht

Die Rummelsburger Bucht hat sich innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes zu einem beliebten, familienfreundlichen Wohngebiet entwickelt. Noch vor wenigen Jahren existierte der größte Teil der Wohnbebauung, die sich heute entlang der Hauptstraße zieht, nicht. Die ehemalige Haftanstalt an der Rummelsburger Bucht war noch lange nach der Wende von einer hohen Mauer umschlossen und wartete auf ein neues Nutzungskonzept.

Heute ist die Bucht eines der besten Beispiele für den gelungenen Aufbau eines neuen Stadtteiles. Der „Campus“ ist heute eine Wohnanlage, und nur wenig erinnert an die Geschichte als Arbeitshaus und Haftanlage. Das habe ich zum Anlass genommen, zu einem Kiezspaziergang einzuladen. Christine Steer, Leiterin des Museums Lichtenberg, und Maik Fröhnel als Zeitzeuge erzählten den ca. 40 Gästen, wie sich das Leben in der früheren Haftanstalt abspielte. Gemeinsam mit unserem Stadtrat und Bezirksbürgermeisterkandidaten Andreas Geisel sowie Mitgliedern der BVV Lichtenberg diskutierten wir über die zukünftige Nutzung der noch brachliegenden Flächen und Gebäude. Eine Fortsetzung der Wohnbebauung in Kombination mit einer Schule in freier Trägerschaft scheint dafür eine sinnvolles Konzept zu sein.

Gleichzeitig unterstützte ich die Einrichtung eines Ortes des Gedenkens und möchte dies gemeinsam mit den Anwohnern und ehemaligen Betroffenen in den nächsten Jahren umsetzen. Die Zukunft und die Geschichte der Rummelsburger Bucht gehören zusammen und schließen einander nicht aus.

Stolpersteine geputzt

Am 18.06. 2011 hatte die Initiative „Stolpersteine Karlshorst“ dazu eingeladen, die 57 Stolpersteine zu putzen, die in hier an den Lebens- und Leidensweg jüdischer Mitbürgerwährend der NS-Zeit erinnern. Es war mir ein persönliches Anliegen mitzumachen. Wie oft eilt man an den Häusern vorbei, in denen damals Menschen jederzeit mit ihrer Deportation rechnen mussten. Die wenigsten von ihnen überlebten den Genozid. Weitere Stolpersteine werden folgen, aber viele Schicksale werden wohl auch ungeklärt bleiben. Das Gedenken an all diese Menschen hat uns sehr bewegt.

Gedenken an Siegfried Berger und 17. Juni 1953

Am 17. Juni hat die SPD Karlshorst Blumen an der Gedenktafel für Siegfried Berger an dessen ehemaligem Wohnhaus im Römerweg niedergelegt.

Siegfried Berger stand am 17. Juni 1953 an der Spitze eines Demonstrationszuges der Arbeiter aus dem Funkwerk Köpenick durch Ostberlin. Sie forderten „Rücktritt der Regierung“, „Freie und geheime Wahlen“ und „Wiedervereinigung“. Drei Tage später wurde er verhaftet und von einem sowjetischen Militärtribunal zu 7 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. 1955 konnte er nach Verhandlungen der Bundesregierung in Moskau mit anderen Inhaftierten aus Workuta nach Westberlin zurückkehren. Auf Initiative der SPD-Fraktion in der BVV Lichtenberg befindet sich seit 2004 eine Gedenktafel an Siegfried Bergers Wohnhaus im Römerweg 40, mit freundlicher Unterstützung der HOWOGE.

In meiner Ansprache betonte ich die hohe Bedeutung, die der Volksaustand für die weitere Entwicklung der deutschen Geschichte hatte. Die friedliche Revolution von 1989 stand nicht zuletzt in der Tradition der Protestierenden von 1953.

Auch der Zusammenhang der damaligen Ereignisse mit unserem Stadtteil Karlshorst sollte in Erinnerung bleiben. Von hier kamen nicht nur die russischen Panzer, die den Aufstand in Berlin unterdrückten. Hierher flüchtete auch die damalige DDR-Regierung, und die sowjetische Militäradministration übernahm von hier aus die Regierungsgewalt, bis die Proteste niedergeschlagen waren.