Das Prinzenviertel braucht einen Supermarkt!

Eine Demonstration zum Erhalt des Netto-Marktes in der Ehrlichstraße Ende April

Das Prinzenviertel in Karlshorst ist von der Nahversorgung abgeschnitten. Der letzte Supermarkt – der Netto an der Ehrlichstraße – hat am 25. April geschlossen und hinterlässt die 6.000 Einwohner ohne Zugang zu einem Einzelhändler mit den Waren des täglichen Bedarfs. Gerade für Senioren und in der Mobilität eingeschränkte Menschen ist das ein untragbarer Zustand. Das Bezirksamt hat für diese Bürger zusammen mit dem CAP-Markt in der Robert-Siewert-Straße, der Nobis gGmbH und dem Deutschen Roten Kreuz eine Übergangslösung für eine Warenanlieferung finden können. Das ist ein wichtiger Schritt, kann für alle Anwohner aber kein Dauerzustand sein.

Nachdem viele Einzelhandelsketten sich in den letzten Jahren aus ländlichen Gegenden zurückgezogen haben, betrifft diese Entwicklung nun auch größere Städte. Die Betreiber wollen für ihre Märkte größere Flächen in Anspruch nehmen, um ein größeres Sortiment anbieten zu können. Wo dies nicht möglich ist, ziehen sie aus. Dies wird nun auch in Lichtenberg sichtbar. Im Karlshorster Prinzenviertel will der Eigentümer das Gebäude des in die Jahre gekommenen Supermarktes abreißen und hat einen Bauantrag gestellt, der eine Kombination aus Wohnungen mit kleinflächigem Einzelhandel (270qm) vorsieht. Aufgrund der für das Prinzen- und Seenviertel geltenden Erhaltungsverordnung nach § 172 BauGB müssen sich die Neubauten an die bestehenden städtebaulichen Gegebenheiten anpassen. Das betrifft auch die Grundrisse der Gebäude, die sich an den umgebenden Stadtvillen orientieren sollen. Ein großer Supermarkt fände darin keinen Platz mehr. Die kleinere Fläche wird mit einer geringeren Auswahl einhergehen. Zudem wird die Fertigstellung auch bis Ende 2016 dauern Deshalb müssen für die Anwohner auch andere Nahversorgungs-Lösungen gefunden werden!

Aus diesem Grund benötigen wir kurzfristig im ehemaligen Rennbahnhof einen Vollsortimenter, der die gesamte Nahversorgung im südlichen Karlshorst abdecken kann. Das Bezirksamt ist aufgefordert, die laufenden Verhandlungen mit dem potentiellem Betreiber REWE möglichst schnell zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Diese Verhandlungen hätten schon geführt werden müssen, unmittelbar nachdem der Discounter aus dem ehemaligen Bahnhofsgebäude ausgezogen war. Auch ist seit vier Jahren bekannt, dass der Markt an der Ehrlichstraße geschlossen wird.

Da in den nächsten Jahren durch die Ansiedlung von Wohnraum am Hönower Wiesenweg das Prinzenviertel verlängert wird, muss auch dort ein Supermarkt angesiedelt werden. Diesen Prozess werde ich gemeinsam mit den Bezirksverordneten der SPD-Fraktion begleiten und unterstützen. Jeder Berliner muss Zugang zu einer funktionierenden Nahversorgung haben – auch im Prinzenviertel!

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