Neubau der Eisenbahnbrücke und Erhalt der historischen Pendelstützen

Der Neubau der Eisenbahnüberführung an der Treskowalle ist seit vielen Jahren ein Thema im Süden Lichtenbergs. Die 15 Meter breite Brücke ist schon seit langem zu klein für den Auto- und Straßenbahnverkehr und eines der letzten verbliebenen zweispurigen Nadelöhre auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung zwischen Hohenschönhausen und Schöneweide. Davon abgesehen ist der Weg unter der Brücke für Fußgänger und Radfahrer einer der unansehnlichsten Orte im schönen Karlshorst, eine richtige „Schmuddelecke“. Nachdem die Deutsche Bahn das Projekt mehrfach verschoben hatte, begann nun tatsächlich der Abriss der alten Brücke.

In Zukunft wird die Treskowallee vierspurig unter der modernen, 31 Meter breiten Eisenbahnbrücke hindurchführen, und der S-Bahnhof erhält auch auf der westlichen Seite der Treskowalle einen Zugang einschließlich Aufzug. Wie der Presse bereits zu entnehmen war, wird es im Zuge der Baumaßnahmen mehrfach zu Sperrungen der Treskowallee sowie des Nahverkehrs kommen.

Rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten hatte ich in die BVV den Antrag eingebracht, die beiden historischen Pendelstützen zu sichern, die dem Neubau der Brücke weichen müssen, und sie nach Abschluss der Bauarbeiten als historisches Zeugnis an einem geeigneten öffentlichen Ort im Süden Lichtenbergs auszustellen.

Die beiden so genannten Hartungschen Säulen der S-Bahnbrücke in Karlshorst sind erhaltenswerte Zeugnisse der Berliner Eisenbahn- und Eisenbahnbrückenarchitektur zwischen 1880 und 1910 (vgl. u.a. „Heimatkundlicher Wegweiser Berlin-Karlshorst Teil II – zwischen Rennbahn und Waldsiedlung“). Von ehemals vier Säulen sind heute nur noch zwei erhalten. Die gusseisernen Säulen sind kunstvoll gestaltet und heute nur noch an wenigen Stellen zu finden. Ein gelungenes Beispiel für den Erhalt ähnlicher Säulen findet sich in der Stadthausstraße, Ecke Türrschmidtstraße, wo die ehemaligen Säulen der dortigen S-Bahnbrücke in einer Parkanlage ausgestellt sind.

Die BVV hat diesen Antrag im März 2012 beschlossen.

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