Gedenken an Siegfried Berger und 17. Juni 1953

Am 17. Juni hat die SPD Karlshorst Blumen an der Gedenktafel für Siegfried Berger an dessen ehemaligem Wohnhaus im Römerweg niedergelegt.

Siegfried Berger stand am 17. Juni 1953 an der Spitze eines Demonstrationszuges der Arbeiter aus dem Funkwerk Köpenick durch Ostberlin. Sie forderten „Rücktritt der Regierung“, „Freie und geheime Wahlen“ und „Wiedervereinigung“. Drei Tage später wurde er verhaftet und von einem sowjetischen Militärtribunal zu 7 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. 1955 konnte er nach Verhandlungen der Bundesregierung in Moskau mit anderen Inhaftierten aus Workuta nach Westberlin zurückkehren. Auf Initiative der SPD-Fraktion in der BVV Lichtenberg befindet sich seit 2004 eine Gedenktafel an Siegfried Bergers Wohnhaus im Römerweg 40, mit freundlicher Unterstützung der HOWOGE.

In meiner Ansprache betonte ich die hohe Bedeutung, die der Volksaustand für die weitere Entwicklung der deutschen Geschichte hatte. Die friedliche Revolution von 1989 stand nicht zuletzt in der Tradition der Protestierenden von 1953.

Auch der Zusammenhang der damaligen Ereignisse mit unserem Stadtteil Karlshorst sollte in Erinnerung bleiben. Von hier kamen nicht nur die russischen Panzer, die den Aufstand in Berlin unterdrückten. Hierher flüchtete auch die damalige DDR-Regierung, und die sowjetische Militäradministration übernahm von hier aus die Regierungsgewalt, bis die Proteste niedergeschlagen waren.

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