Der Tierpark: Ein Juwel für die ganze Stadt

Schloss Friedrichsfelde

Vor kurzem besuchte ich Thomas Ziolko, den Vorsitzenden der Gemeinschaft der Förderer von Tierpark Berlin und Zoologischem Garten Berlin e. V. In unserem Gespräch tauschten wir uns zur aktuellen Situation und Szenarien für eine zukünftige Weiterentwicklung des Tierparks aus.

Berlin ist die Hauptstadt der zoologischen Gärten. An keinem anderen Ort in Europa finden sich so viele Tiere in Zoos wie in unserer Stadt – mit einem Tierbestand von mehr als 27.000 Tieren ist Berlin auf Augenhöhe mit Metropolen wie New York oder San Diego. Etwas ganz Besonderes ist aber, dass sich in unserer Stadt zwei Einrichtungen mit jeweils eigener Tradition auf einzigartige Weise ergänzen. Auf der einen Seite der Zoologische Garten in Charlottenburg als ältester deutscher Zoo, auf der anderen Seite der Tierpark in Friedrichsfelde als größter Landschaftstiergarten Europas, den viele Menschen im Ostteil der Stadt noch aus eigenem Erleben mit den Jahren des Aufbaus nach dem zweiten Weltkrieg verbinden.

Eine wachsende Metropole im Herzen Europas mit zwei international renommierten zoologischen Einrichtungen, jede mit ihrer eigenen Tradition – dazu hat sich die SPD-Fraktion klar bekannt.

Dennoch befinden sich beide Einrichtungen in einer sehr unterschiedlichen strategischen und wirtschaftlichen Lage. Wie der neue Direktor des Tierparks und Vorstand des Zoologischen Gartens Dr. Andreas Knieriem während des Tierpark-Dialogs der SPD-Fraktion „vor Ort“ in Friedrichsfelde feststellte, ist die Ertragskraft des Tierparks im Vergleich zum Zoo deutlich geringer. Das hat verschiedene Ursachen. So befindet sich der Tierpark abseits der großen Touristenströme Berlins, die einen großen Teil der Besucher des mitten im Zentrum der Stadt gelegenen Zoos ausmachen. Auch ist der Berliner Osten deutlich weniger mit finanzstarken Mäzenen und größeren Erbschaften gesegnet als der Westteil der Stadt. Und es mag auch daran liegen, dass in den Jahren nach der Wende viel Kraft dafür aufgebracht werden musste, den Tierpark überhaupt zu erhalten. Kraft, die dann allen Beteiligten für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung nicht mehr zur Verfügung stand – ebenso wenig wie die dafür notwendigen finanziellen Mittel.

Nun gilt es, vorwärts zu schauen und den Tierpark dabei zu unterstützen, seine Besucherzahlen in den nächsten Jahren deutlich zu erhöhen. Die Berliner Politik kann nicht das inhaltliche Konzept ausarbeiten, wie der Tierpark attraktiver werden kann. Aber sie kann, wenn fundierte Vorschläge und Planungen vorliegen, die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. So hat das Abgeordnetenhaus dem Tierpark in einem ersten Schritt 5 Mio. € für kurzfristige Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Diese müssen nun aber auch durch den Tierpark investiert werden, bevor weitere Schritte gegangen werden.

Der Tierpark wird nun in Kürze den Entwurf eines „Tierparkentwicklungsplanes“ vorlegen – eine erste Grundlage für weitere Überlegungen zum Ausbau der Einrichtung.

 

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.